Skarrer's Blog

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PRINZESSIN BIN ICH AUCH KEINE April 26, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 10:41 pm

Als Single erwartet man ja oft nicht all zu viel vom anderen Geschlecht. Da kann man sich durchaus schon mal bei einer Online-Partnervermittlung anmelden und warten, was so kommt. Und warten…… Und warten…………….. Und man erwartet noch weniger. Aber ein Minimum an Fähigkeiten sollte der künftige Partner doch haben. So werden Berufsangaben wie „Kelner“, „Zimermann“ und „Menager“ besser gleich einmal ausgeschlossen. Männer, Englisch ist auch eine allgemein gültige Sprache, es muss nicht unbedingt perfektes Deutsch sein. Aber das geht einmal gar nicht. Verwunderung meinerseits darüber, dass laut Anbietern alles „handgeprüft“ ist. Man darf zweifeln.

Dann meldet sich der nette Sozialpädagoge, der sich selbst als Mischung aus Niavarani und King of Queens-Dough beschreibt. Wie oberflächlich darf die Singlefrau heutzutage eigentlich sein? Wie stark können Humor und Liebenswürdigkeit das Optische aufwiegen? Wie beendet man eine Online-Beziehung, ohne den anderen zu verletzen? Geht man einfach Zigaretten holen und kommt nie wieder? Ich bin auch keine klassische „Schnitte“, aber ein paar Ansprüche darf Frau doch haben. Darf sie?

Der Hobby-Pilot. Ein Netter. Optisch und auch inhaltlich. Will sich unbedingt treffen. Mir geht das zu schnell. Wenn schon online kennenlernen, dann wenigstens ausführlich. „Kannst dich ja mal wieder melden“ kündigt nicht gerade eine leidenschaftliche Zukunft für uns beide an. Gut, wenn’s nicht passt, dann passt’s nicht. Aber was erwartet er. „Bin in Kürze ein Monat im Ausland, treffen wir uns?“ Was erwartet er? Dass ich wie Kate Beckinsale in Pearl Harbor auf meinen Piloten warte, der ja doch nie kommt? Dann schon lieber auf den blöden Prinzen auf dem blöde Gaul…

Mir kommt wieder meine letzten unangenehme Online-Begegnung in den Sinn. Versicherungsangestellter. Sympathischer Kerl. Emails hin, Emails zurück. Nach drei Tagen (wir waren beide krank und zuhause im Bett, da gehen viele Mails): Ein Hardcore-FPÖler. Große Aufregung, letzte Worte, Ruhe im Mail-Account. Nicht jeder kann (m)ein Prinz sein. Komplette Offenheit schützt vor unangenehmen Überraschungen. Werde gleich morgen Früh ein neues Profilfoto von mir schießen (nach dem Aufwachen, nein ich bin nicht immer frisiert und trage beim Schlafen keie Wimperntusche) und potentiellen Kandidaten in der Selbstbeschreibung meine politische Einstellung aufzwingen.

 

NUR NOCH 35 MINUTEN – ODER: WÄHREND ICH SCHLIEF April 20, 2010

Filed under: Alltagswahnsinn — Sabine Karrer @ 6:40 pm

Freitag, 19:00 Uhr, U1 Praterstern. Die Frisur hält. Dienstag, 18:50, U1 Karlsplatz. Die Frisur hält. Fraglich nur, wozu die Frisur halten soll, wenn ich mal wieder wegen eines schadhaften Zugs im Bahnsteig bleiben muss. Und warten muss. Worauf eigentlich? Auf Godot? Oder wenn ich zu Fuß über die Reichsbrücke humpeln muss (für die Verletzung können die Verkehrsbetriebe freilich nichts, das muss ich ihnen zu Gute halten), weil gar nichts mehr geht. Gut, dass die Brücke nicht eingestürzt ist – oder ich nicht in der Leopoldau wohne (wofür die Verkehrsbetriebe im Übrigens genauso wenig können, auch das sollte klar sein). Taxis gibt’s natürlich grad keine. Die paar haben sich die Leute gekrallt, die nicht wie Lemminge auf Weiterfahrt (auf das Wunder!) gewartet haben.

Dass es zusätzlich leicht beunruhigend ist, via Handy vom Informanten (aka Bruder) zu erfahren, dass in Kaisermühlen der angeblich schadhafte Zug steht, der gerade von der Mannschaft dreier Feuerwehrzüge in Beschlag genommen wird, dass im Hintergrund ständig dieses ätzende Sirene heult, dass der Stationsbereich durch die Polizei mit Absperrbändern(!) vor wahnsinnigen, einfach-dringend-irgendwo-hin-müssenden Fahrgästen geschützt wird… Naja, war dann wohl doch nix.

Liebe Wiener Linien, bitte tut was für eure treuen Fahrgäste (und um es in euren Worten auszudrücken „FahrgästInnen“)! Schafft neue U-Bahn-Garnituren an – oder steht von mir aus dazu, dass die Bauarbeiten rund um die U2 schuld daran sind. Aber redet! Bitte! „Dieser Zug muss eingezogen werden“ (samt dazugedachtem „Euda“) und „Hier ist Endstation, alle aussteigen, der Zug fährt wieder in die andere Richtung“ (wenn ich von der Vorgartenstation nicht wirklich eine Alternative außer Taxi oder verzweifelte Anrufe bei autofahrenden Freunden habe) sind per se nicht wirklich Aussagen!

Dienstag, 19:25 Uhr, Kaisermühlen. Endlich raus aus der U-Bahn. Die Frisur hält (erstaunlicherweise noch immer). Mir wurscht. Ich will, dass meine Jahreskarte ihr Geld wert ist. Wenn schon alles andere keinen Wert hat.

P.S: Wenn ich schon zum wiederholten Mal über 30 Minuten für eine Strecke von nicht mal zehn Minuten brauche, hätte ich mir beim Aussteigen wenigstens Sekt und Brötchen erwartet. Vielleicht beim nächsten Mal?

 

MIT DEN AUGEN EINES POETEN April 18, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 3:37 pm

Ich liebe dich nicht nur
für das, was du bist,
sondern für das was ich bin,
wenn ich bei dir bin.

(Gabriel Garcia Márquez)

Update:

Das Zitat ist wohl von Elizabeth Barret-Browning: „I love you not only for what you are, but for what I am when I am with you. I love you not only for what you have made of yourself, but for what you are making of me. I love you for the part of me that you bring out.“ Danke Karo!! Vielleicht hat’s Garcia Márquez mal übersetzt oder so. 😉