Skarrer's Blog

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NORDWIND UND MEERLUFT Juli 7, 2010

Filed under: Prinzen (oder so),Uncategorized — Sabine Karrer @ 10:33 pm

„Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer. Defintiv das Beste, das ich seit Langem gelesen habe. Und die ideale Lektüre für den zweistündigen Flug von Wien nach Amsterdam (erste Hälfte fertig, hat mich größtenteils vor einem Anflug leichter Flugangst bewahrt) und die Zugfahrt von Amsterdam nach Yerseke/Zeeland (zweite Hälfte, ebenfalls in zwei Stunden). Und verdammt, es ist das traurigste, beschissenste Ende, das man sich nur vorstellen kann! Und ja, verdammt, ich habe geheult wie ein Schlosshund (glücklicherweise versteckt hinter meinem riesigen Rucksack). Waren es fünf Minuten? Zehn Minuten? Mehr? Keine Ahnung.

Aber welches Ende hätte Glattauer stattdessen wählen sollen? Hätte er die Buchvorlage für „E-Mail für dich“ geliefert, hätte vermutlich auch ich mir den Film gerne gessehen. Denn so erschüttert, frustriert, unbefriedigt, alleine der Leser auch am Ende zurückbleibt, so sehr uns der Autor nach vier Stunden Lesevergnügen (ich bezeichne es so, auch wenn es natürlich nicht nur „Vergnügen“ im klassischen Sinn ist) den Boden unter den Füßen wegzieht: Ich kann es nachvollziehen! Ich verstehe beide Protagonisten! Das Leben ist nun mal kein Hollywood-Film.

Während ich noch um Leo und Emmi weine (und vermutlich auch wegen sämtlicher Anspannung der letzten Tage/Wochen/Monate), fährt mein Zug in Yerseke ein. Ich spüre nicht den Nordwind, sondern einen Hauch von Meerluft, Salzwasser, Muscheln… Sehe J., die ich seit 25 Jahren kenne, am Bahnhof auf mich warten. Das ist Freiheit. Und das ist Zuhause. Es fühlt sich gut an. Und wenn ich wieder in Wien bin, möchte ich bitte auch solche E-Mails bekommen! Oder Briefe. Oder Anrufe. Oder gleich persönliche Gespräche. Und was sich ergibt. Aber jedenfalls mit Happy End!

 

GUTE-KERLE-GEN Juni 9, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 10:06 pm

Stell dir vor, man könnte dir den A… einfach aus den Rippen schneiden. Und an seiner Stelle ein Gute-Kerle-Gen einpflanzen. Eines, das dich dazu bringt, endlich die netten Männer genauso spannend zu finden wie die Aufschneider und Supermachos. Die du eigentlich nach kurzer Zeit ohnehin wieder uninteressant findest, weil du mit einem von ihnen sowieso keine Beziehung führend kannst. Never ever!

Warum nicht einfach der „normale“, nette Typ von nebenan? Die eine aus „The Girl next Door“ (sorry Leute, aber nachts spielen sie nicht so viele gute Filme im TV ;)) konnte das auch. Wahrscheinlich aber, weil sie davor schon genug furchtbare Kerle hatte… Vielleicht muss man seine Erfahrungen einfach machen. Andererseits war das zugegebenermaßen mit Anfang 20 lustiger als mit knapp unter, genau oder knapp über 30. Wer will schon immer wieder beim Falschen landen, um nach kürzester Zeit doch wieder alleine aufzuwachen? Dann schon lieber immer alleine aufwachen…

Ja, das ist ein guter Plan. Irgendwann wird die Sorte „nett, aber langweilig“ auch interessant werden. Und wenn vorher noch jemand ein „Gute-Kerle-Gen“ erfinden muss… Schlechte Erfahrungen sind da aber wohl die beste Medizin.

(Gewidmet all jenen da draußen, die in aufrichtig glücklichen Beziehungen mit ihren Prinzen und Prinzessinnen leben. Das soll es ja geben, sagt man. ;))


 

KEIN OFFENES BUCH Mai 23, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 10:44 am

„Ich bin ein offenes Buch“, war wohl DIE Aussage des gestrigen Abends. Nein, bin ich nicht. Ich gebe wie die meisten Menschen doch letztlich auch nur preis, was ich will. Wer will schon immer all seine Ängste und Sorgen nach außen tragen. Das Gute: Ich bin kein Mensch, der lacht, wenn er es nicht so meint. Wenn ich weinen muss, weine ich. Wenn mir nach ruhig sein ist, bin ich ruhig. Und wenn ich gut drauf bin, kann man mit mir eine Menge Spaß haben. Wenn ich jemanden mag, zeige ich das. Und wenn ich jemanden suspekt finde, wird er das in der Regel auch merken.

Nicht jeder kann damit umgehen. Ich bin halt keine, die sich verstellen kann. Wer will, dass sich das Buch öffnet, wird sich mit mir anfreunden. Wem der Inhalt egal ist, der soll es lassen. Nein, ich bin kein offenes Buch, auch wenn es manchmal den Anschein macht.

Freunde

„Ich liebe dich nicht nur für das, was du bist, sondern für das was ich bin, wenn ich bei dir bin.“ Von wem dieser Satz letztlich wirklich stammt, er ist für mich in erster Linie eine wunderbare Liebeserklärung an Freunde. An die Menschen, bei denen du so sein kannst, wie du wirklich bist. Die auch da sind, wenn wieder einmal eine Beziehung zu Ende gegangen ist. Die Menschen, die mit dir lachen und weinen. Die, mit denen du lachst und weinst. Die dich zum Lachen bringen, wenn du weinst. Oder noch besser: Die dich gleichzeitig zum Lachen und Weinen bringen. Gute Freunde sind das Wichtigste im Leben. Ein Teil des Buches sollte für jeden lieben Menschen offen sein. Aber das ganze Buch kennen tatsächlich nur wenige.

 

PRINZESSIN BIN ICH AUCH KEINE April 26, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 10:41 pm

Als Single erwartet man ja oft nicht all zu viel vom anderen Geschlecht. Da kann man sich durchaus schon mal bei einer Online-Partnervermittlung anmelden und warten, was so kommt. Und warten…… Und warten…………….. Und man erwartet noch weniger. Aber ein Minimum an Fähigkeiten sollte der künftige Partner doch haben. So werden Berufsangaben wie „Kelner“, „Zimermann“ und „Menager“ besser gleich einmal ausgeschlossen. Männer, Englisch ist auch eine allgemein gültige Sprache, es muss nicht unbedingt perfektes Deutsch sein. Aber das geht einmal gar nicht. Verwunderung meinerseits darüber, dass laut Anbietern alles „handgeprüft“ ist. Man darf zweifeln.

Dann meldet sich der nette Sozialpädagoge, der sich selbst als Mischung aus Niavarani und King of Queens-Dough beschreibt. Wie oberflächlich darf die Singlefrau heutzutage eigentlich sein? Wie stark können Humor und Liebenswürdigkeit das Optische aufwiegen? Wie beendet man eine Online-Beziehung, ohne den anderen zu verletzen? Geht man einfach Zigaretten holen und kommt nie wieder? Ich bin auch keine klassische „Schnitte“, aber ein paar Ansprüche darf Frau doch haben. Darf sie?

Der Hobby-Pilot. Ein Netter. Optisch und auch inhaltlich. Will sich unbedingt treffen. Mir geht das zu schnell. Wenn schon online kennenlernen, dann wenigstens ausführlich. „Kannst dich ja mal wieder melden“ kündigt nicht gerade eine leidenschaftliche Zukunft für uns beide an. Gut, wenn’s nicht passt, dann passt’s nicht. Aber was erwartet er. „Bin in Kürze ein Monat im Ausland, treffen wir uns?“ Was erwartet er? Dass ich wie Kate Beckinsale in Pearl Harbor auf meinen Piloten warte, der ja doch nie kommt? Dann schon lieber auf den blöden Prinzen auf dem blöde Gaul…

Mir kommt wieder meine letzten unangenehme Online-Begegnung in den Sinn. Versicherungsangestellter. Sympathischer Kerl. Emails hin, Emails zurück. Nach drei Tagen (wir waren beide krank und zuhause im Bett, da gehen viele Mails): Ein Hardcore-FPÖler. Große Aufregung, letzte Worte, Ruhe im Mail-Account. Nicht jeder kann (m)ein Prinz sein. Komplette Offenheit schützt vor unangenehmen Überraschungen. Werde gleich morgen Früh ein neues Profilfoto von mir schießen (nach dem Aufwachen, nein ich bin nicht immer frisiert und trage beim Schlafen keie Wimperntusche) und potentiellen Kandidaten in der Selbstbeschreibung meine politische Einstellung aufzwingen.

 

MIT DEN AUGEN EINES POETEN April 18, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 3:37 pm

Ich liebe dich nicht nur
für das, was du bist,
sondern für das was ich bin,
wenn ich bei dir bin.

(Gabriel Garcia Márquez)

Update:

Das Zitat ist wohl von Elizabeth Barret-Browning: „I love you not only for what you are, but for what I am when I am with you. I love you not only for what you have made of yourself, but for what you are making of me. I love you for the part of me that you bring out.“ Danke Karo!! Vielleicht hat’s Garcia Márquez mal übersetzt oder so. 😉


 

Der Prinz, sein Pferd und ich, Teil 1 März 20, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 11:10 pm

„Wo sind die ganzen Prinzen auf ihren Pferden“, habe ich wochenlang geflucht. „Nicht wegen dem blöden Pferd, dem Adelstitel oder dem Schloss – einfach, weil der Typ weiß, was er will!“ Dann kam der 13. März und somit meine 30er-Feier. Ohne Traumprinzen, aber dafür mit meiner lieben Freundin Dani, die mir folgendes Buch geschenkt hat: „Wann kommt denn endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!“ von Oliver Stöwing.

Was man über mich wissen sollte: Eigentlich mag ich Ratgeber-Bücher nicht besonders. In der Regel landen sie nach den ersten drei Seiten ungelesen im Regal. Aber dieses Buch liebe ich!! Es beginnt mit Anekdoten der frustrierten Carola, 31, seit fünf Jahren Single. Eine Leidensgenossin, wunderbar! Weiter geht es mit der Aussicht auf die männliche Sicht der Dinge. Manche Männer können 100 Mal behaupten, sie wären einfach gestrickt, ich muss da einfach widersprechen. Ich glaube tatsächlich, dass sich viele dafür halten („Wir sind ja eh so leicht zu durchschauen“), weil sie es gerne wären. Aber zwischen Wunsch und Wahrheit liegen in der Regel Meilen… Schauen wir mal, was Herr Stöwing dazu sagt.

Und dann mein bisheriger Lieblingsabschnitt: „Respekt, Sie sind Single!“ Im Klartext: „Zunächst: Sie sind Single. Herzlichen Glückwunsch! Das lehrreiche, selbständige, freigeistige, verwirrende, oft spannende Single-Dasein bedeutet einen Segen für Ihr Lebensbuch und ist kein defizitärer Zustand. (…) Vielleicht sind Sie Single, weil Sie konsequent einen Schlussstrich gezogen haben unter eine Beziehung, die nicht mehr funktionierte. Vielleicht sind Sie Single, weil Sie stark genug waren, einen Schlussstrich, den jemand anders zog, zu akzeptieren. Sie haben auf alle Fälle Mut, Sie sind stark, Sie haben sich und anderen bewiesen, dass Sie auch alleine leben können, ohne zugrunde zu gehen.“ Yessss!

Einsam kann man ohne Partner sein, aber ebenso in einer Beziehung. Sicher bin ich nicht der einzige Mensch, der ganz genau weiß, wie man sich auf einer Silvesterparty fühlt, auf der es der eigene Freund nicht für notwendig hält, einem auch nur irgendeine Form von Aufmerksamkeit zu schenken. Ich habe ehrlich gesagt nie verstanden, wie manche Menschen von einer Beziehung in die andere stolpern. Weder wie sie das anstellen, noch warum. Zieh‘ einen Schlussstrich, zeig‘ Mut, komm‘ für eine Zeit alleine klar. Nur wer nach einer Beziehung wieder zu sich selbst findet, wird sich eines Tages voll und ganz in eine neue stürzen können. Wann der Zeitpunkt da ist, zu dem man wieder „bereit“ ist: Keine Ahnung, ehrlich gesagt. Ich denke, man wird es merken, wenn es so weit ist.

Meine Freundin Dani pflegt zu sagen: „Es ist eigentlich unglaublich. Wenn du jemanden willst und das auch zeigst, dann ergreifen die Männer meistens die Flucht. Und wenn du dann endlich drüber hinweg bist, laufen dir die gleichen Männer nach.“ Ja, wenn du ein grundehrlicher Mensch bist, kannst du ein gewisses Interesse eben nicht verbergen. Wer auf Obercoole steht, soll sich halt Frauen dieser Gattung suchen… Eine Zeitlang mag selbst das noch spannend sein, aber wie lange? Ich habe jetzt immerhin herausgefunden, dass mir Werte wie Liebe, Humor, Menschlichkeit, Herzlichkeit, Geselligkeit, Zärtlichkeit, Persönlichkeit, Toleranz, Zielstrebigkeit und soziale Verantwortung in einer Beziehung besonders wichtig sind. Ist schon mal eine gute Selbsterkenntnis. Ich glaube, dass ich noch nie in meinem Leben drüber nachgedacht hab, was mir in dem Punkt wichtig ist.

Vermutlich wird mir nicht gleich morgen einer über den Weg laufen, der all das verkörpert und mich auch noch für eine supertolle Frau hält. Aber es ist ein erster Schritt. Und um Paulo Coelho zu zitieren: „Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst.“ Aber bitte, liebes Universum, deute meinen Text richtig und schick‘ mir keinen Lackaffen im aufgemotzten Sportwagen mit oberflächlichen Weltanschauungen. Er wird genauso wenig mit mir anfangen können wie ich mit ihm.

Oliver Stöwing:
Wann kommt denn endlich der blöde Prinz auf seinem dämlichen Gaul!: 100 Tipps, wie Sie Ihren Traummann finden
Broschiert: 288 Seiten
Verlag: Droemer/Knaur (20. November 2009)
ISBN-10: 3426798565, ISBN-13: 978-3426798560

 

Status Quo Februar 28, 2010

Filed under: Prinzen (oder so) — Sabine Karrer @ 5:20 pm

Das ist mein bisher persönlichster Blog-Eintrag. Ich könnte es auch meinem Tagebuch erzählen, aber ich habe keines… Und es wäre doch ziemlich einseitig, hier könnte es immerhin noch ein Dialog werden. 😉

Also wenn schon offenes Buch, dann auch richtig. Es ist Sonntag, der 28. Februar, die Wochenendkrise schlägt mal wieder voll zu. Wieder liegen fünf Tage vor mir, in denen ich mich frage, ob das, was ich mache, für mich Sinn hat. Es sind noch zehn Tage bis zu meinem 30. Geburtstag. Die Krise hat damit nichts zu tun, naja das rede ich mir zumindest ein. Status Quo: Mein Job ist nicht wirklich das, was ich mir in dieser Lebensphase eigentlich erträumt hätte. Familie war zwar nie für einen bestimmten Zeitpunkt geplant, aber ein bisschen Romantik vermisse ich in meinem Leben schon… Wo sind die ganzen netten Single-Männer, die mutig genug sind, auf eine Frau zuzugehen (weil die selbst nämlich niemals mutig genug wäre, es ihrerseits zu tun). Womit wir wieder bei Typ 1 bis 3 wären…

Im Endeffekt kann man so viel Spaß haben, wie man will. Und es ist ja nicht grad so, dass ich jemandem den Spaß vorspielen würde, ich habe ihn ja. Aber wenn schon einmal diese zwei ganz wichtigen Punkte im Leben (Liebe und Selbstverwirklichung alias Arbeit) nicht so sind, wie sie sein sollen… Wenn man weiß, dass man das eigentlich nur selbst ändern kann, aber keine wirkliche Lösung hat… So und während ich das schreibe, erkenne ich das Zauberwort, das alles erklärt: Angst. Angst zu versagen, Angst sich zu blamieren. So und hier endet der Blogeintrag und ich schau mal, ob einer meiner 4-5 Leser eine Lösung parat hat…

Update: Wenn ich das heute so lese… klingt schon verzweifelt… Oh Mann, wann ist die 30er-Krise bloß wieder vorbei?? Dani, danke für dein liebes Posting – Kaffee und Quatschen demnächst klingt gut! 😉