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QUÄLENDE PSEUDO-QUALITÄT Mai 20, 2010

Filed under: Gutmenschensachen — Sabine Karrer @ 3:35 pm

„Kik… der Textiiiiiildiiiiskooont!“ brüllt das nervige T-Shirt. „Qualität kommt von Quälen“, raspelt Verona Süßholz. Ob sich der Textilkonzern seinen Werbeslogan gut überlegt hat? Man muss nicht BWL studiert haben oder überdurchschnittlich intelligent sein, um den Verdacht aufkommen zu lassen, dass Kik seine Kleidung und Accessoires möglicherweise nicht in sozial und ökologisch einwandfreien Fabriken herstellen lässt. Kurz gesagt: quält? Auf seiner Website brüstet sich der Konzern mit öffentlichkeitswirksamen Projekten in Dritte-Welt-Ländern. Flickenteppiche für Bangladesch als Kompensationspolitik?

NGOs wie Clean Clothes Campaign sind wohl der Meinung. Auf der Seite www.fashioncheck.net ist über Kik Folgendes zu lesen: „KiK is not transparent at all. As a privately owned company it is not obliged to report publicly on its profits. Its website contains no information about suppliers or the countries where the company is purchasing from. Two months after the publication of the CCC brochure in January 2008, a meeting was held between KiK, the CCC-Germany and the CCC-Austria. No further communication has taken place since.“

Fair ist nicht schwer

Umso schockierender sind Meldungen scheinbar mündiger Konsumenten in diversen Foren. Sogar Mamis wettern dort gegen nach Kik und Kinderarbeit fragende User, weil sie selbst die 2,99 Euro billige Babykleidung kaufen. Ohnehin würden das andere Unternehmen wie H&M auch nicht anders handhaben, also sei es egal, wo man einkaufe. Naja, liebe Mamis, liebe Kunden. Kann ein Babystrampelanzug wirklich noch „süß“ sein, wenn Kinder und Frauen in China, Bangladesch und Co dafür möglicherweise leiden müssen? Schon mal was von Alternativen gehört? Gibt es zum Beispiel bei www.pagabei.at und www.stefanbrandt.at, in den EZA-Shops usw. Auch Mexx soll laut der Fair Wear Foundation inzwischen Wert auf sauber hergestellte Kleidung legen. Mehr Infos auch unter www.cleanclothes.at.

Ja, es ist nicht leicht, immer das Richtige zu tun. Geht auch kaum. Aber ein bisschen Wert auf sozial, fair und öko könnten wir schon alle legen. Erdbeeren aus Spanien? Müssen nicht sein. Jeans, die von Kinderhänden hergestellt wurden? Nicht unbedingt. Wir Konsumenten haben nämlich ganz schön viel Macht. Es lebe der mündige und informierte Konsument!

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